Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 6-2026
Lange HDD-Flussunterquerungen für Glasfaser-Backbone in Stettin
Beim Glasfaserausbau in der polnischen Hansestadt an der Oder war die grabenlose Technologie im Jahr 2024 nahezu alternativlos: Für den Anschluss von drei Stadteilen jenseits des Flusses an das Verteilnetz war die erfolgreiche Umsetzung von drei recht langen Dükern Voraussetzung. Diese gelangen mithilfe des GRUNDODRILL 28Nplus vom NODIG-Marktführer TRACTO sowie der Erfahrung und Expertise des ausführenden Unternehmens Hydropex in beachtlich kurzer Zeit.
Autorin: Anne Knour (Tracto-Technik GmbH & Co. KG)
Wasserversorgungssysteme gezielt weiterentwickeln und Versorgungssicherheit langfristig erhalten
Die meisten Bestandteile von Wasserversorgungen weisen eine technische und wirtschaftliche Langlebigkeit von mehreren Jahrzehnten auf. Einmal getroffene Entscheidungen lassen sich nachträglich oftmals nur mit hohem Aufwand korrigieren. Gleichzeitig unterliegt die Wasserversorgung einem stetigen Wandel. Wasserversorgungen müssen auf die sich verändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen hin angepasst werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, langfristige strukturelle Investitionen nicht nur anhand des aktuellen Wasserbedarfes und der aktuellen Rahmenbedingungen, sondern auch unter Berücksichtigung von etwaigen zukünftigen Entwicklungen im Wasserbedarf und im dagegenstehenden Wasserdargebot zu tätigen.
Autor: Philipp Jünemann (GELSENWASSER Energienetze GmbH)
Wassernetz-Monitoring in Echtzeit – von der Konzeption zu ersten Ergebnissen
Rohrleitungsnetz-Monitoring: Wasserversorgungssysteme werden über lange Zeiträume geplant und errichtet und bei hoher Betriebsfähigkeit möglichst lange genutzt. Das Wissen um seine Assets ist für jeden Wasserversorger unerlässlich. Als Datengrundlage für die Zustandsbeschreibung eines Wasserversorgungssystems beschreibt das DVGW-Regelwerk Kennzahlen und Richtwerte. Über eine Unternehmensstrategie sind Sollzustand und Ziele der vorhandenen Assets zu definieren. Im Beitrag wird beispielhaft die Umsetzung eines Wassernetz-Monitorings für Wasserverluste beschrieben – von der Konzeption bis zur Umsetzung.
Autor: Dr. Gerald Gangl (Netze BW Wasser GmbH)
Neue Anforderungen zum Trinkwasserschutz – was können Kunststoffrohre leisten?
Rohrleitungsbau: Die moderne Wasserwirtschaft befindet sich in einem grundlegenden Wandel, gefragt sind nicht mehr allein der sichere Transport und die Versorgung, sondern auch der proaktive Schutz der Ressource Trinkwasser vor externen Einflüssen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, neuer Schadstoffnachweise und verschärfter regulatorischer Vorgaben wandelt sich die Infrastruktur vom passiven Träger zum integralen Bestandteil des Risikomanagements.
Autor: Sven Brickwedde (egeplast international GmbH
Semi-quantitative Risikoabschätzung mittels GIS zur Erfüllung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung
Wassergewinnung/Brunnenbau: Mit Inkrafttreten der „Verordnung über Einzugsgebiete von Entnahmestellen für die Trinkwassergewinnung (Trinkwassereinzugsgebietsverordnung – TrinkwEGV)“ am 11. Dezember 2023 werden die Betreiber von Anlagen zur Gewinnung von Trinkwasser verpflichtet, eine Bewertung ihrer Einzugsgebiete auf Grundlage eines risikobasierten Ansatzes durchzuführen und zu dokumentieren. Das im Jahr 2024 veröffentlichte DVGW-Merkblatt W 1004 (M) stellt eine Arbeitshilfe für die Erarbeitung einer erstmaligen Dokumentation von Risiken dar, in der verschiedene Möglichkeiten der Risikobetrachtung dargestellt werden. Vorgestellt wird ein durch das Unternehmen der Autoren entwickeltes, auf einem Geographischen Informationssystem (GIS) basierendes Werkzeug zur parzellenscharfen semi-quantitativen Risikoabschätzung.
Autoren: Dr. Guido Wimmer, Dr. Nisan Eikenbusch, Dr. Till Rubbert (Bieske und Partner Beratende Ingenieure GmbH)
Zwischen Vereinfachung und Schutz: Geothermische Brunnen nach der WHG-Novelle
Oberflächennahe Geothermie: Die Änderung des § 46 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) führt für bestimmte geothermische Brunnenanlagen im privaten Bereich eine Erlaubnisfreiheit ein und zielt auf eine Beschleunigung der Wärmewende ab. Der Beitrag stellt die rechtlichen Hintergründe dar, erläutert die neuen Anforderungen an Antragsteller, insbesondere die Anzeigepflicht und beschreibt die weiterhin bestehenden Prüfaufgaben der Wasserbehörden. Zudem wird aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen Vorhaben trotz Erlaubnisfreiheit untersagt werden können. Abschließend werden die Vorteile der Neuregelung im Spannungsfeld zwischen Verfahrensvereinfachung und Grundwasserschutz bewertet.
Autor: Sven Rumohr
Kompakte und hangtaugliche Erkundungsbohrtechnik – vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser
Erkundungsbohrungen in Hanglagen, vor allem unter beengten Platzverhältnissen oder bei beschränkten Höhen, stellen besondere Anforderungen an Technik, Logistik und Ablauf. Wie sich das in der Schweiz entwickelte Bohrgerät TL18geo unter realen Bedingungen bewährt, zeigt dieser Bericht – von der Positionierung im Hang bis zum Kernlager. Praxisnah beleuchtet wird zudem die anspruchsvolle Baugrunderkundung im Rahmen der Vorplanungsarbeiten für das Seilbahnprojekt in Bonn.
Autorin: Esther Thiel (Studersond AG)