Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 09-2025:
Neue innovative Wege im Recycling von glasfaserverstärkten Kunststoffen
Eine hohe Robustheit, große Formstabilität und ein geringes Eigengewicht – das sind nur einige der Eigenschaften, die glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) auszeichnen und die dafür gesorgt haben, dass der Werkstoff u. a. im Rohrleitungsbau große Verbreitung gefunden hat. Beim Recycling von GFK stellen diese Eigenschaften gleichwohl eine Herausforderung dar: So sind z. B. die eingesetzten Glasfasern durch chemische und physikalische Prozesse fest mit der Kunststoff-Matrix verbunden und entsprechend schwer herauszulösen. Der vorliegende Fachbeitrag zeigt vor diesem Hintergrund, welche Recycling-Ansätze es gibt und welche Rolle das sogenannte Closed-Loop-Recycling spielen kann.
Autoren: Mario Frieben (Amiblu Germany GmbH), Christian Wiedergut (HOBAS Fittings/Amiblu Holding GmbH)
Umbau der Abwasser-Pumpstation in Eibelstadt
Die Pumpstation Eibelstadt spielt eine zentrale Rolle bei der Abwasserentsorgung der Stadt. Rund 90 % des Abwassers der etwa 3.100 Einwohner zählenden Gemeinde am Maindreieck werden über dieses Pumpwerk zur Kläranlage Würzburg gefördert. Nach einer Havarie, bei der auf der Druckleitungsseite nach den Pumpen das Hosenrohr einen Riss bekommen hatte – wodurch der Pumpenraum geflutet wurde und es zum Totalausfall kam –, entschloss sich der Stadtrat, einen Sanierungsplanung zu erstellen und entsprechend umsetzen zu lassen.
Autoren: Christian Horn, Moritz Schneider (Horn Ingenieure GmbH & Co. KG)
Sand- und Trübungseinbrüche in Brunnen – Umgang mit unerwünschten Feststoffeinträgen (Teil 1)
Brunnen können sowohl im Fest- als auch im Lockergestein im Betriebsverlauf oder bereits bei der Entsandung und Entwicklung temporäre oder dauerhafte Sand- und Trübstoffführungen zeigen. Längere Sandführungen wirken sich auf den Baugrund um den Brunnen aus und können zu Suffosion und in deren Folge zu Setzungen im Gelände und Gebäudeschäden führen [1]. Der Beitrag beleuchtet anhand von Fallbeispielen im Locker- und Festgestein die Instrumente einer Ursachenforschung und die Entwicklung von Betriebskonzepten mit dem Ziel, den Feststoffeintrag möglichst ohne einen Neubau der Fassung – als ultima ratio – zu verhindern.
Autor: Prof. Dr. habil. Christoph Treskatis (apl. Prof. am IWAR, TU Darmstadt)
Innovative Grundwassersanierung liefert erste Erfolge
Das Grundwasser unter dem Grundstück der Stadtwerke Rinteln ist mit Cyaniden belastet. Die Schadstoffe sind Altlasten der vormaligen Gasproduktion (1896 bis 1964) aus Kohle und Koks am Standort. Für die nachhaltige Grundwassersanierung nutzt der Versorger seit Anfang 2022 ein innovatives biologisches Verfahren, bei dem Mikroorganismen die Cyanide zersetzen und so nachhaltig abbauen. Die beteiligten Unternehmen führen das Verfahren in dieser Größenordnung zum ersten Mal durch. Im vergangenen Jahr hat das Pionierprojekt einen ersten Erfolg erzielt: Der erste Reinigungszyklus konnte abgeschlossen werden.
Autoren: Ulrich Karl, Jan-Philipp Giltmann, Sarah Albrecht (Stadtwerke Rinteln GmbH), Aglaia Nagel (M&P Ingenieurgesellschaft mbH), Sophie Leroy (trurnit Pressewerk GmbH)
Wasser für den Schlossgarten Schwetzingen – effiziente Pumpentechnik für die Beregnungsanlagen
Im Schlosspark Schwetzingen wurden bereits vor vielen Jahrzehnten Anstrengungen unternommen, das in geringer Tiefe anstehende Grundwasser für eine effektive Bewässerung einzusetzen. Man nutzte hierzu einen ca. 30 m tiefen Brunnen und ein historisch gewachsenes Rohrleitungssystem für die Beregnungsanlagen. Das gesamte System war jedoch inzwischen „in die Jahre“ gekommen. Zudem gab es Probleme mit dem Brunnen, er versandete nach und nach. Man stand also vor der Aufgabe, einen neuen Brunnen zu bohren und gleichzeitig eine neue Pumpentechnik zu installieren.
Autor: Matthias Kaufmann (Grundfos GmbH)
bauma 2025: Neuerungen bei Baumaschinen, -geräten und -fahrzeugen (Teil 1)
Mit über 3.500 Ausstellern und mehr als 660.000 Besuchern hat die 34. bauma in München wieder Rekorde gebrochen. Trotz der weltpolitisch unsicheren Lage war die Stimmung sowohl bei den Besuchern als auch den Ausstellern sehr gut. Sicherlich hat wohl auch eine Woche lang Sonnenschein ein Stück weit dazu beigetragen. Alternative Antriebe und Klimaneutralität, nachhaltiges Bauen, Arbeitssicherheit und Digitalisierung waren die wesentlichen Themenschwerpunkte. Mit drei Beitragsteilen werden die aktuellen Trends und Neuentwicklungen insbesondere aus den Bereichen der Bohrtechnik näher betrachtet.
Autor: David Urban-Werner (BAU ABC in Rostrup)
Die Slitpipe-Technologie für oberflächennahe Geothermie im städtischen Bereich
In verdichteten Siedlungsgebieten führen der größere Platzbedarf und die Kosten für Bohrungen mit großem Durchmesser dazu, dass eine Geothermienutzung trotz technischer Eignung nicht umgesetzt wird. Dies mindert das Potenzial hocheffizienter Erdwärmepumpen im urbanen Raum und schränkt die Wahlfreiheit für Bauherren ein. Hier setzt ein System des Schweizer Herstellers separatus an. Es basiert auf einem modularen und schlanken Lösungsansatz mittels innovativer Splitpipe-Technologie. Durch einen reduzierten Bohrdurchmesser werden hier nicht nur die Bohrkosten gesenkt, sondern auch die Eingriffe in das Grundstück minimiert.
Autor: Oliver Buschor (separatus AG)