Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 10-2025:

Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN – Fakten schaffen für die industrielle Dekarbonisierung

Wasserstoff ist vielerorts noch ein Zukunftsverspechen. Die produzierende Industrie verweist gerne auf Innovationsprojekte, die irgendwann grünen Stahl, klimaneutrale Chemieprodukte oder saubere Treibstoffe ermöglichen sollen. Nicht so in Hamburg. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzt der städtische Energienetzbetreiber den Piloten und Leuchttürmen solide Fakten entgegen. Schritt für Schritt bauen die Hamburger Energienetze die ersten 40 Leitungskilometer der später 60 km umfassenden Netzinfrastruktur HH-WIN zur Versorgung von großen Hamburger Industrieunternehmen mit Wasserstoff (H2). Pionierprojekte haben es schwer in Zeiten vertagter Investitionsentscheidungen. Doch das Netz wird 2027 starten – auch dank gewährter IPCEI-Förderung von Bund und Stadt und der Aufnahme in das deutsche Wasserstoff-Kernnetz.

Autor: Bernd Eilitz, (Hamburger Energienetze)

 

Wasserverband Siegen-Wittgenstein erhöht mit redundanter Hauptversorgungsleitung DN 700 die Versorgungssicherheit

Um die Versorgung von Bevölkerung, Gewerbe und Industrie mit Trinkwasser auch in Zukunft sicherstellen zu können, hat der Wasserverband Siegen-Wittgenstein den Bau einer ca. 5,3 km langen Ersatz- bzw. Ergänzungsleitung geplant und umgesetzt. Der Fachbeitrag beschreibt das anspruchsvolle Vorhaben, bei dem die Rohrleitungen aus duktilem Gusseisen unterhalb einer bestehenden Bundesstraße verlegt wurden.

Autor: Dirk Müller, Thomas Meiswinkel, (Wasserverband Siegen-Wittgenstein)

 

Schadenprävention für zukunftsfähige Infrastruktur: der VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2024/25

Die häufigste Schadenart im Tief- und Infrastrukturbau bleiben Kabel- und Leitungsschäden. Und: Die Schadenbeseitigungskosten steigen weiter an. Dies sind Erkenntnisse aus dem VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2024/25. „Zukunftsfähige Infrastruktur“ ist das Fokusthema des 6. Bandes der erfolgreichen Bauschadenbericht-Reihe, den das Institut für Bauforschung e. V. (IFB) jährlich im Auftrag der VHV Versicherungen erstellt.

Autor: Heike Böhmer, Sabine Sell, (Institut für Bauforschung e. V.)

 

Sand- und Trübungseinbrüche in Brunnen – Umgang mit unerwünschten Feststoffeinträgen (Teil 2)

Brunnen können sowohl im Fest- als auch im Lockergestein im Betriebsverlauf oder bereits bei der Entsandung und Entwicklung temporäre oder dauerhafte Sand- und Trübstoffführungen zeigen. Längere Sandführungen wirken sich auf den Baugrund um den Brunnen aus und können zu Suffosion und in deren Folge zu Setzungen im Gelände und Gebäudeschäden führen [1]. Der Beitrag beleuchtet anhand von Fallbeispielen (Brunnen 2 aus Teil 1) im Locker- und Festgestein die Instrumente einer Ursachenforschung und die Entwicklung von Betriebskonzepten mit dem Ziel, den Feststoffeintrag möglichst ohne einen Neubau der Fassung – als ultima ratio – zu verhindern.

Autor: Prof. Dr. habil. Christoph Treskatis (apl. Prof. am IWAR, TU Darmstadt)

 

Geothermie und die Wärme- und Kälteversorgung in Deutschland – Was schon passt und was noch passend gemacht werden muss

Das Geothermiepotenzial ist groß und das Interesse an der Nutzung wächst spürbar. Gleichzeitig musste sich die Geothermie immer wieder in bestehende Regelungssysteme einfügen. Was an manchen Stellen (noch) nicht ganz passt, soll nun passender gemacht werden. Dafür will die Bundesregierung zeitnah über das Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG) Genehmigungsverfahren straffen und ein Instrument zur Absicherung der Fündigkeit bei tiefengeothermischen Bohrungen einführen. Der Beitrag gibt einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen und identifiziert bestehende Baustellen bei den Rahmenbedingungen für Geothermievorhaben.

Autor: Gregor Dilger, Florian Stanko (Bundesverband Geothermie e. V.)

 

Mit neuer Technologie Geothermie die Wärmewende gestalten

Mit dem innovativen Eavor-Loop werden neue Wege für eine nachhaltige Wärmewende eröffnet: Das geschlossene System nutzt tiefengeothermische Energie effizient, emissionsfrei und unabhängig von lokalen geologischen Gegebenheiten. Dank einzigartiger Produktmerkmale wie Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und geringer Umweltbelastung kann der Eavor-Loop ein potenzieller Gamechanger für die dezentrale Wärmeversorgung sein. Besonders für Deutschland bietet die Technologie enormes Potenzial, um die klimaneutralen Ziele im Wärmesektor maßgeblich voranzutreiben.

Autor: Alexander Land, (Eavor GmbH)

 

Monitoring (kalter) Nahwärmenetze und geothermischer Anlagen – was tun mit all den Daten?

Im Beitrag werden die Motivation und Ziele für die Überwachung geothermischer Anlagen mit oder ohne angeschlossene kalte Nahwärmenetze erörtert und zudem ein minimales, sinnvolles Konzept für Messtechnik vorgeschlagen. Praxisbeispiele verdeutlichen die zeitgemäße automatisierte Aggregation und Visualisierungen von Betriebsdaten, die sowohl Betreiber als auch Fachingenieur auf einen Blick eine grundlegende Bewertung des Systemzustandes „Geothermie“ ermöglichen.

Autor: David Kuntz, (GeoAlto GmbH)

 

Neuerungen bei Baumaschinen, -geräten und -fahrzeugen (Teil 2)

Mit über 3.500 Ausstellern und mehr als 660.000 Besuchern hat die 34. bauma vom 7. bis 13. April 2025 in München wieder Rekorde gebrochen. Trotz der weltpolitisch unsicheren Lage war die Stimmung sowohl bei den Besuchern als auch den Ausstellern sehr gut. Sicherlich hat wohl auch eine Woche lang Sonnenschein ein Stück weit dazu beigetragen. Alternative Antriebe und Klimaneutralität, nachhaltiges Bauen, Arbeitssicherheit und Digitalisierung waren die wesentlichen Themenschwerpunkten. Mit drei Beitragsteilen werden die aktuellen Trends und Neuentwicklungen insbesondere aus den Bereichen der Bohrtechnik näher betrachtet.

Autor: David Urban-Werner, (BAU ABC, Rostrup)