Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn wurde für ihr herausragendes Engagement in der Oberflächennahen Geothermie mit der Patricius Medaille des Bundesverband Geothermie ausgezeichnet. Links: Prof. Dr. Ingrid Stober, Mitte: Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn, Rechts: Leonhard Thien. © Bundesverband Geothermie

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Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn erhält die Patricius Medaille

Im Rahmen des Europäischen Geothermiekongresses (EGC) fand heute die Preisverleihung der Patricius Medaille des Bundesverbands Geothermie statt. Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn wurde für ihr Lebenswerk und großen Verdienst um die Oberflächennahe Geothermie ausgezeichnet.

 

Die Ehrungskommission unter Leitung von Prof. Dr. Ernst Huenges zeichnete Prof. Dr. Walker-Hertkorn für ihr unermüdliches Wirken unter hohem persönlichem Einsatz für die Oberflächennahe Geothermie aus. Prof. Dr. Ingrid Stober, die 2014 als erste Frau die Patricius Medaille erhielt, betonte in ihrer Laudatio die langjährige Erfahrung und anerkannte Fachkompetenz von Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn, die sie im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit und bei der Umsetzung von Geothermie-Großprojekten vielfach unter Beweis gestellt hat.

 

Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn ist seit 1999 in der Geothermie aktiv und als Expertin hochgeschätzt. Ihr thematischer Schwerpunkt ist die Wärmepumpentechnik. Sie gilt als Koryphäe der Branche und hat mit ihrer Expertise viele Industriepartner bei komplexen Wärmepumpen-Projekten beratend begleitet. Als Mitglied der Geschäftsführung der tewag GmbH erkannte sie schon früh die Synergieeffekte von Solarenergie und Geothermie. Gemeinsam mit ihrem Team ermöglichte sie wegweisende, innovative Wärmeprojekte, wie das Henniger Areal in Frankfurt am Main mit etwa 400 Erdwärmesonden.

 

Ihre Fachkenntnis, methodische Expertise, systematische Arbeitsweise und umfangreiche Lehrtätigkeit machen sie zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der deutschen Geothermiebranche. Unter anderem war Walker-Hertkorn maßgeblich an der Entwicklung des Thermal Response Tests (TRT) beteiligt, der zur Bestimmung der thermodynamischen Parameter im Untergrund dient und mittlerweile zum Industriestandard avanciert ist. Als Mitglied in zahlreichen Gremien und Ausschüssen war ihr Wirken prägend für die hohen Qualitätsstandards der Oberflächennahen Geothermie in Deutschland. Seit 2010 bringt sie ihre Kompetenz in den Richtlinienausschuss VDI 4640 „Thermische Nutzung des Untergrundes“  ein und ist darüberhinaus Teil des Expertenkreises W120-1 und W120-2 zur Zertifizierung von Bohrfirmen. Ihre mehr als vierzig wissenschaftlichen Publikationen und das zusammen mit Michael Tholen verfasste Lehrbuch „Arbeitshilfen Geothermie: Grundlagen für Oberflächennahe Erdwärmesondenbohrungen“ zählt zu den Standardwerken der Ausbildung deutscher Geothermiker.

 

Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn nahm die Patricius Medaille mit großer Freude entgegen. Jedes Jahr verleiht der Bundesverband Geothermie die prestigeträchtige Medaille. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die ihr Lebenswerk der Weiterentwicklung der Geothermie gewidmet haben. Namensgeber der Medaille ist der Heilige Patricius von Pursa, dessen Martyrium im 4. Jahrhundert im Zusammenhang mit den heißen Heilquellen der Region um Prusa (heute Bursa) steht. 

 

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