| Spezialtiefbau

111 Kilometer neue Metrotunnel in 26 Monaten Bauzeit

Am 25. September 2016 durchstach am Internationalen Flughafen in Doha eine 7-Meter- Tunnelbohrmaschine (TBM) der Herrenknecht AG die letzte Zielwand der „Red Line South“. Dieser letzte Durchbruch beim gigantischen Meilenstein- Projekt Doha Metro markiert das spektakuläre Finale eines der ambitioniertesten Tunnelbauwerke der Welt.

Generalstabsmäßig geplant und höchst professionell dirigiert durch den Bauherrn Qatar Rail, bedurfte es gerade einmal 26 Monate, um die Hauptstadt Katars mit drei stadtübergreifenden Metrolinien auszustatten: 111 km nagelneue, hochmoderne Metrotunnelsysteme. Wo zuvor nichts war, wuchsen in Spitzenzeiten im Untergrund 2,5 km Tunnel pro Woche.

Vier international aufgestellte Joint Ventures trieben von August 2014 bis September 2016 auf drei Hauptlinien (Red Line, Green Line, Gold Line) insgesamt 21 von Herrenknecht designte und ausgestattete Tunnelbohrer konsequent voran. 470.497 einzelne Betonsegmente (sog. Tübbinge) wurden maschinell zu 70.071 hochqualitativen Tunnelringen zusammengefügt. Zeitweise frästen sich gleichzeitig 20 Tunnelbohrer vorwärts. Die Anforderungen an die einzelnen TBM waren neben der Geologie – überwiegend Simsima-Kalkgestein – komplex, auch wegen der dichten urbanen Bebauung. Die bauausführenden Arbeitsgemeinschaften absolvierten mit innovativer deutscher Vortriebstechnik 76 Streckendurchbrüche, mehr als 40-mal wur- den die Maschinen im Eiltempo für den nächsten Abschnitt in Zwischenschächten vorangeschoben – und erneut auf Tempo getrimmt. Bis zu 125 Servicekräfte und Spezialisten von Herrenknecht aus 19 Ländern griffen überall dort zu, wo es Kunden, Maschinentechnik und außerordentliche Ereignisse erforderten.

Die ersten drei Linien des Metronetzes sollen bis 2020 ihre Pforten öffnen. Bis 2026 ist eine umfängliche Erweiterung um 72 zusätzliche Stationen und eine weitere Metrolinie geplant.