Produktion, Speicherung, Transport und Versorgung mit der Energie von Morgen im Energiepark Bad Lauchstädt © VNG AG

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Erfolge und Herausforderungen auf dem Weg in die klimaneutrale Zukunft

Gut ein Jahr nach Start des Innovationsvorhabens Energiepark Bad Lauchstädt blicken die sechs Konsortialpartner auf erste wichtige Erfolge der technischen Projektumsetzung und haben die nächsten Schritte des Projektes fest im Blick. Mit der Übergabe der Fördermittel im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im September 2021 haben die Konsortialpartner ihre Arbeit an den einzelnen Teilprojekten des Energieparks Bad Lauchstädt mit Hochdruck aufgenommen.

 

Im Fokus standen ingenieurtechnische Planungen, die gleichzeitig Grundlage für die verschiedenen Genehmigungs- und Anzeigeverfahren sind. So hat die Terrawatt Planungsgesellschaft mbH – verantwortlich für die Errichtung des Windparks – ihr Engagement auf das Genehmigungsverfahren ausgerichtet und erwartet den Abschluss und damit den Genehmigungsbescheid in den kommenden Wochen. Auch für Uniper standen zunächst die Planung und Genehmigung des Elektrolyseurs im Fokus. Der Abschluss des Verfahrens und damit der Genehmigungsbescheid wird ebenfalls in Kürze erwartet. Darüber hinaus wurde über eine Ausschreibung bereits ein Lieferant für den Elektrolyseur gebunden. Die VNG Gasspeicher GmbH hat für die Speicherung des Wasserstoffs bereits die Genehmigung zu Errichtung bzw. Umbau der Obertageanlage an der umzuwidmenden Salzkaverne vom Landesbergamt Sachsen-Anhalt erhalten und beschäftigt sich aktuell mit der Detailplanung zur Obertageanlage.

 

Für die Umstellung der vorhandenen Gasleitung auf den Transport von Wasserstoff wurde durch die ONTRAS Gastransport GmbH eine umfassende Molchung durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Reinigungs- und Diagnoseverfahrens werden in Kürze zeigen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um einen sicheren Transport des hochreinen Wasserstoffs zu gewährleisten. Parallel hat das DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg im Rahmen der begleitenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zusammen mit den Partnern ein Gesamtlayout mit allen Schnittstellen sowie Einzellayouts der Baugruppen entwickelt, um die bisher einmalige Kopplung aller Wertschöpfungsstufen zu ermöglichen.

 

„Neben den technischen Entwicklungen für die Genehmigungsverfahren, haben wir intensiv an der Entwicklung eines wirtschaftlichen Geschäftsmodells gearbeitet, können dies aber derzeit noch nicht abschließen“, so Prof. Dr. Hartmut Krause als stellvertretender Projektleiter und zugleich Geschäftsführer des DBI. Der fehlende finale Entwurf des Delegated Act zur RED II und dessen Übersetzung in nationales Recht insbesondere in der 37. und 38. BImSchV sorge für viele Unsicherheitsfaktoren. „Wir haben damit keine Sicherheit, ob über die Wertschöpfungsstufen hinweg der erzeugte und eingesetzte Windstrom sowie unser Grüner Wasserstoff durchgehend als grün und klimaneutral eingestuft werden können – dies muss schnellstens geregelt werden“, so Krause. „Wir sind ursprünglich von einer Gesamtinvestition von 139 Mio. Euro ausgegangen – von denen 34 Mio. über das BMWK gefördert werden. Wir wissen bereits, dass diese Gesamtinvestitionssumme nach oben korrigiert werden muss, da die Beschaffungspreise täglich steigen. Als Konsortium sehen wir uns über die einzelnen Partner hinweg unter diesen Umständen noch nicht, wie ursprünglich geplant, in der Lage, diese erheblichen Investitionen freizugeben.“ ergänzt Cornelia Müller Pagel, Projektleiterin und Leiterin Grüne Gase der VNG AG.

 

Auf technischer Seite treiben die Partner die Arbeiten im Projekt ungeachtet der Herausforderungen weiter voran. So werden sie in den kommenden Monaten Maßnahmen zur baulichen Standortvorbereitung für Windpark, Elektrolyseur sowie die Obertageanlage des Speichers vorbereiten, zudem bis kommenden Mai für den Speicherbetrieb das Sicherheitskonzept sowie ein Konzept zur bidirektionalen Gasmengenmessung erstellen. Sollten die notwendigen Investitionsentscheidungen 2023 wie vorgesehen getroffen werden, könnte der Windpark zum Jahreswechsel 2023/24 und der Elektrolyseur zusammen mit der Gasreinigung und Gasmengenmessung im 3. Quartal 2025 in Betrieb gehen. Die Umstellung der Transportleitung kann bereits zum 3. Quartal 2024 erfolgen und dann erste Tests durchlaufen. Einen durchgängigen Forschungsbetrieb über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg könne das Konsortium nach aktuellem Stand ab dem 3. Quartal 2025 aufnehmen.

 

Weitere Informationen

www.energiepark-bad-lauchstaedt.de