19. März 2026

Kooperation von Green Therma und GFZ Potsdam

Innovatives Geothermie-
Demonstrationsprojekt gestartet

In den Wäldern der Brandenburger Schorfheide, wo Wissenschaftler die Nutzung geothermischer Wärme erforschen, werden das Geothermieunternehmen Green Therma und das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ Potsdam) eine neue Technologie testen. Die Art und Weise, auf geothermische Wärme aus tiefen Quellen zuzugreifen – eine der mächtigsten, aber noch zu wenig genutzten erneuerbaren Energien – könnte sich laut der Projektpartner künftig verändern. Im Jahr 2026 soll an diesem Standort die weltweit erste Installation des DualVac™-Vakuumrohr-Verfahrens von Green Therma erfolgen. Diese neuartige Tiefengeothermie-Technologie ist darauf ausgelegt, Wärme aus mehr als drei Kilometern Tiefe mit minimalen Wärmeverlusten zu transportieren.

Erstmals wird eine kontinuierliche Vakuumisolierung, die sonst auch in modernsten industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt, in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet. Sollte sich die Technologie wie erwartet bewähren, könnte sie die Effizienz von Tiefengeothermie-Anlagen deutlich steigern und erneuerbare Wärmequellen an Standorten erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten.

Ein neues Kapitel in der Geothermie-Innovation

Für Green Therma ist diese Demonstrationsanlage ein Resultat jahrelanger Vorbereitungen. Die patentierte Heat4Ever™-Lösung des Unternehmens, deren Kernstück die DualVac™-Technologie bildet, basiert auf einer einfachen Idee: Tiefe geothermische Wärme ist überall vorhanden, wir benötigen lediglich bessere Werkzeuge, um sie effizient zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit dem GFZ Potsdam, Deutschlands renommiertem nationalen Forschungszentrum der Geowissenschaften, setzt diese Idee nun unter realen geothermischen Bedingungen in die Praxis um.

„Dieses Projekt stellt einen Meilenstein in der Technologie zur Gewinnung geothermischer Energie dar“, sagt Jørgen Peter Rasmussen, Gründer und CEO von Green Therma. „Durch die Demonstration der Leistungsfähigkeit der DualVac™-Isolierung an der Geothermieforschungsplattform des GFZ Potsdam in Groß Schönebeck machen wir einen essenziellen Schritt hin zu einer globalen, effizienten und skalierbaren Nutzung tiefer geothermischer Wärme.“ Die Anlage wird Tiefen von mehr als drei Kilometern erreichen, wo die Temperaturen in der Regel bei über 100 °C liegen. Im Laufe eines einjährigen Tests wird das System vermessen, überwacht und auf Herz und Nieren geprüft. Die dabei gewonnenen Daten sollen den Einsatz von Tiefengeothermie als lokale, zuverlässige und klimaneutrale Wärmequelle beschleunigen.

Wo Wissenschaft und Industrie aufeinandertreffen

Für das GFZ Potsdam ist das Projekt ein weiteres Beispiel dafür, wie Forschungsinfrastrukturen die Energiewende in der Praxis vorantreiben können. Prof. Dr. Ingo Sass, Leiter der Sektion Geoenergie am GFZ Potsdam, betont: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung ist unerlässlich für die Entwicklung geothermischer Lösungen der nächsten Generation. Sie liefert uns zudem neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Forschungsstandortes. Partnerschaften wie diese sind entscheidend für den Fortschritt der Geothermie.“

Die Zusammenarbeit ist Teil der europäischen TRANSGEO-Initiative, die Partner aus fünf europäischen Ländern zusammenbringt, um zu erforschen, wie bestehende Bohrungen für die Gewinnung und Speicherung geothermischer Wärme genutzt werden können. „Wir entwickeln Strategien, um Bohrlöchern ein zweites Leben zu geben. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, die Geothermie in Regionen auszubauen, die skalierbare, saubere Wärme benötigen“, ergänzt Projektleiter Prof. Dr. Hannes Hofmann.

Sollte sich das DualVac™-System bewähren, könnte es die Hürden für den Einsatz tiefer Geothermie in Städten, Industriegebieten und kalten Klimazonen deutlich senken. Die Vollständige Inbetriebnahme der Heat4Ever™-Testanlage ist für die erste Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen.

Kontakt www.greentherma.com; www.gfz.de