bbr 10/2019

Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 10/2019:

Bronzezeit, Biotope und Bauzäune: Projekt „Erneuerung einer Ferngasleitung“

Der Aufwand beim Auswechseln einer Gashochdruckleitung ist mit dem eines Neubaus vergleichbar. Denn während ihres jahrzehntelangen Betriebes haben sich nicht nur technische Standards, Gesetze und Vorschriften geändert, auch neue Landschaften mit anderen Pflanzen- und Tiergemeinschaften sind entstanden und Landnutzungen haben sich gewandelt. All dies ist zu berücksichtigen. Entsprechend sind behördliche Genehmigungsverfahren neu zu durchlaufen. Durch die einzubeziehenden Archäologen ergeben sich zudem immer wieder neue Einblicke in unsere Jahrtausende alte Kultur- und Siedlungsgeschichte. Am Beispiel der Erneuerung einer Ferngasleitung zwischen Markranstädt und Zwickau wird der standardisierte Ablauf eines solchen Vorhabens in den Bundesländern Sachsen und Thüringen beschrieben. 

Autor: Dr. Ralf Borschinsky (ONTRAS Gastransport GmbH)

 

SmartBall – moderne Technologie zur Leckage-Erkennung

Im (Trink-)Wasserkreislauf gibt es Größen, auf die ein Wasserversorgungsunternehmen nicht direkt Einfluss nehmen kann: die natürlich verfügbare Wassermenge und der Verbrauch der Nutzer am Ende der Leitung. Einfluss genommen werden kann jedoch sehr wohl hinsichtlich der energetischen Effizienz bei der Wassergewinnung wie auch beim Wassertransport. Darüber hinaus bleibt für die Versorger auch die Prävention von Schäden – etwa durch Unterspülungen – eine elementare Aufgabe. Zur Schadenserkennung, mithin für die Überprüfung der Rohrleitungen, werden heute innovative, leistungsfähige Technologien genutzt, die zudem Mehrwerte bieten, wie ein aktuelles Fallbeispiel der Überprüfung einer Wasserleitung in Rheda-Wiedenbrück beweist. 

Autor: Reinhard Klaus (Xylem Water Solutions GmbH)

 

Rezente Erfahrungen bei der Planung von Horizontalfilterbrunnen – Teil 1

Die Anzahl der Horizontalfilterbrunnen liegt derzeit in Europa bei über 250 mit differenzierten technischen Ausbaudaten (Abb. 1, [1]). Zunehmender Bedarf an hydrothermaler Kälte- und Wärmeversorgung, in der Sanierung  von Grundwasserschäden oder an  Grundwasserregulierungen ergänzen  die häufigsten Anwendungen für die  Trink- und Industriewasserbereitstellung.  Diese immer größere Anwendungsbreite bedarf deshalb auch umfassenderer Vorbereitungen im Planungsprozess. Der Beitrag (Teil 1) ist deshalb erstrangig auf ausgewählte standort- und nutzungsspezifische Besonderheiten ausgerichtet, die bei der Planung zu beachten sind. Der Fokus liegt dabei auf speziellen modellierungsrelevanten, statischen, bemessungsrelevanten und konstruktiven Besonderheiten der Horizontalfilter. In Teil 2 wird detailliert auf den Schacht und die Ausbauten eingegangen. 

Autoren: Dr. Thomas Daffner, Martin Klee, Dr. Carsten Leibenath, Björn Scheppat-Rosenkranz (Umweltbüro GmbH Vogtland)

 

Mischkornfilterbrunnen im Praxistest: Ein Statusbericht

Seit acht Jahren werden in den Brunnenfassungen der Leipziger Wasserwerke Mischkornfilterbrunnen errichtet und in Heberfassungen sowie als einzelbewirtschaftete Brunnen betrieben. Für das auf einen standortangepassten wirtschaftlichen Betrieb der Brunnen ausgerichtete Konzept liegen mittlerweile Erfahrungen aus der Errichtung von über 100 Brunnen sowie aus dem Betrieb und ersten Regenerierzyklen vor. Dieser Beitrag knüpft an die Ausführungen in „Brunnenbau mit Entwicklung natürlicher Kornfilter – ein Praxisbericht“ [1] und „Ertüchtigung von Brunnengalerien im Bestand – ein Erfahrungsbericht“ [2] an und setzt diese inhaltlich fort. Berichtet wurde über Methodik und Verfahren der Brunnenerrichtung und Filterentwicklung sowie über die zugrundeliegende Motivation, die technischen Ansätze für Bau und Betrieb von Brunnen in seit Jahrzehnten betriebenen Bestandsgalerien weiterzuentwickeln.

Autoren: Sven Mauder (Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH), Dr. Peter Nillert (BRUNI PLAN Dr. Peter Nillert)

 

Aktueller Stand zur Überarbeitung der europäischen Trinkwasserrichtlinie sowie zur europäischen Normung in Brunnenbau und Geothermie

Mit der Überarbeitung der europäischen Trinkwasserrichtlinie werden die Qualitätsstandards für Trinkwasser auf den neuesten Stand gebracht und ein kosteneffektiver, risikobasierter Ansatz bei der Überwachung der Wasserqualität eingeführt. Außerdem werden damit neue Bestimmungen über Materialien, die mit Trinkwasser in Berührung kommen, und über einen verbesserten Zugang zu Wasser vorgegeben. Der Beitrag gibt einen Überblick zum aktuellen Stand der Diskussionen und zu möglichen Auswirkungen für den Brunnenbau. Ergänzend wird ein Überblick zum aktuellen Stand der europäischen Normung in den Bereichen Brunnenbau und Geothermie gegeben.

Autor: Aharon Weiß (Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e. V.)

 

Das Geothermieprojekt Schwerin-Lankow

Im Dezember 2018 wurde die Endteufe der Geothermiebohrung Gt Schwerin 6/17 erreicht. In 1.249 m Tiefe konnte ein Speicher mit 45 m Mächtigkeit und hervorragenden hydraulischen Eigenschaften erschlossen werden. Dargestellt wird der bisherige Projektablauf – von der Vorstudie über die seismischen Untersuchungen, die Bohrarbeiten bis hin zum abschließenden hydraulischen Test der Bohrung in Schwerin, mit einem Ausblick auf die weiteren Projektschritte.

Autoren: Christian Buse, Ingmar Budach, Stefan Thiem, Dr. Markus Wolfgramm (Geothermie Neubrandenburg GmbH), Dr. Matthias Franz (Geowissenschaftliches Zentrum der Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Angewandte Geologie)

 

Digitalisierungs- und Standardisierungsoptionen für erdgekoppelte Wärmepumpen

In einer kurzen Darstellung wird aufgezeigt, wie derzeit die Installation einer erdgekoppelten Wärmepumpenanlage erfolgt – von der Beauftragung über die Planung, Bohrung, Installation der Heizanlage bis zum anschließenden Monitoring. Darauf aufbauend werden Ansatzpunkte identifiziert, über die sich mittels Standardisierung und Digitalisierung die Qualität entsprechender Erdwärmesysteme verbessern lässt und zudem Kosten gesenkt werden können.

Autoren: Dr. André Deinhardt (Bundesverband Geothermie e.V.), Rüdiger Grimm (geoENERGIE Konzept GmbH)

 

Laufende Überwachung der Trinkwasseraufbereitung hinsichtlich Spurenstoffbelastungen mittels moderner Screening-Methoden

Die Überwachung von Wasseraufbereitungsprozessen hinsichtlich organischer Spurenstoffe wird bislang anhand relativ weniger bekannter Spurenstoffe durchgeführt. Das sogenannte Non-Target-Screening ermöglicht es, unbekannte oder nicht berücksichtigte Spurenstoffe zu detektieren. Damit ist das Verfahren für eine weitergehende Überwachung der Trinkwasseraufbereitung prädestiniert. Der Beitrag stellt ein dazu entwickeltes Konzept vor und betrachtet anhand von Realdaten aus drei Jahren die Prozesse der Ozonung und Aktivkohlefiltration im Wasserwerk Langenau der Landeswasserversorgung.

Autoren: Dr. Tobias Bader, Dr. Wolfgang Schulz, Dr. Wolfram Seitz, Dr. Rudi Winzenbacher (Zweckverband Landeswasserversorgung)