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Staatsminister Hubert Aiwanger (Mitte) mit den Trägern des geothermischen Energiepreises Bayern (v.l.n.r.): Laudator Jörg Uhde (Pfalzwerke Geofuture), Rainer Kieslinger (Betriebsleiter Heizwerk Riem, Stadtwerke München), Andreas Lederle (Geschäftsführer Erdwärme Grünwald) und Horst Wagner (Technischer Leiter Erdwärme Grünwald). ©Enerchange
15. Oktober 2019

Praxisforum Geothermie.Bayern 2019: Staatsminister Aiwanger will Masterplan Geothermie

Staatsminister Hubert Aiwanger kündigt einen Masterplan Geothermie an, um das Potenzial der Technologie zu entwickeln und den Ausbau zu koordinieren. Dieser soll auch eine Förderung zum Ausbau von Fernwärmenetzen beinhalten. Im Rahmen des Praxisforums Geothermie.Bayern, das vom 7. bis 9. Oktober 2019 in München stattfand, hat Staatsminister Hubert Aiwanger auch die Bayerischen Energiepreise an das SWM-Heizwerk Riem und das Heizkraftwerk der Erdwärme Grünwald verliehen.

„Die Geothermie muss raus aus dem Dornröschenschlaf“, forderte Staatsminister Aiwanger. „Da haben Sie mich an Ihrer Seite“, erklärte er und dankte den anwesenden Betreibern von Geothermieanlagen für ihr Engagement. „Sie als Pioniere sind ein unverzichtbarer Teil der Energiewende. Mit der Geothermie haben wir einen Schlüssel für die Wärmewende in der Hand, den wir nur umdrehen müssen.“ Aiwanger unterstrich in seiner Rede, dass er die Energieversorgung in Bayern konsequent auf Erneuerbare umstellen und weg von den fossilen Brennstoffen will.

 

Masterplan Geothermie

Um das schlummernde Potenzial der Tiefenwärme zu entfalten, kündigte der Staatsminister einen Masterplan Geothermie an. Im Rahmen dessen will er die Nutzung der Geothermie besser koordinieren und bietet der Branche seine Zusammenarbeit an, um in realistischen Schritten die Weiterentwicklung der Technologie, aber auch die Suche nach Geldgebern zu unterstützen. Nach Aiwangers Ansicht ist ein wichtiger Schlüssel der Ausbau der Fernwärmenetze und in einem ersten Schritt will er mit Fördermitteln Bohrungen und Wärmebedarf besser verknüpfen. Der Staatsminister führte weiter aus, dass neben den Fördermitteln auch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Ziel ist es, Geothermie in den Mittelpunkt der Wärmewende zu rücken.

Das Produkt Tiefe Geothermie ist nach Ansicht Aiwangers unschlagbar günstig – Enerchange geht von Wärmegestehungskosten zwischen 30 und 40 Euro pro Megawattstunde aus. Und gleichzeitig hat Geothermie bei den Wärmeträgern eines der höchsten CO2-Vermeidungspotenziale, wie das Umweltbundesamt in einer Studie verdeutlicht hat. Basierend auf diesen Daten wurden für Bayern mittels einer Umfrage unter den Betreibern von Geothermieanlagen 2018 die CO2-Einsparungen der Technologie ermittelt.


Riem ist Goldenes Heizwerk 2018

„Bei der Betreiberumfrage wurden die 21 Geothermieanlagen in Bayern angeschrieben und u. a. um ihre Betriebsdaten hinsichtlich der Volllaststunden und der erzeugten Energie gebeten“, wie Dr. Jochen Schneider, Geschäftsführer des Veranstalters Enerchange, erklärte. Das Ergebnis sei vor allem angesichts der produzierten Wärmemenge beeindruckend. Rund 900 Gigawattstunden Wärme wurden im Jahr 2018 produziert und damit 263.00 Tonnen CO2 eingespart.

2004 nahmen die Stadtwerke München die Wärmeversorgung des Messegeländes in Riem in Angriff – eines der ersten geothermalen Wärmeprojekte in Deutschland. „Die SWM hat damals den schlafenden Riesen Geothermie geweckt“, sagte der Geschäftsführer der Pfalzwerke Geofuture und Betreiber des Kraftwerks in Insheim, Jörg Uhde, in seiner Laudatio. Riem war 2018 die führende geothermische Heizanlage in Bayern, knapp gefolgt von sehr erfolgreichen kommunalen Anlagen im Umland von München. Für die SWM nahm Betriebsleiter Rainer Kieslinger den Preis entgegen.

 

Goldenes Kraftwerk 2018 ist die Anlage in Laufzorn/Grünwald

Von den fünf Geothermiekraftwerken in Bayern war das Heizkraftwerk Laufzorn/Grünwald im Jahr 2018 am erfolgreichsten. 2009 begannen die Bohrungen und wurden bereits 2010 abgeschlossen. „Die kommunalen Entscheidungsträger hatten Weitblick, aber auch das Engagement der Betriebsmannschaft ist entscheidend für den Erfolg“, so Jörg Uhde in seiner Laudatio.
Die Anlage hatte 2018 mit über 8.200 Betriebslaststunden die höchste Verfügbarkeit und in dieser Zeit 16 GWh Strom und gleichzeitig 88 GWh Wärme produziert. Damit wurden 22.000 Menschen mit Strom und etwa 18.000 Menschen mit Wärme versorgt. Die Auszeichnung für das Goldene Kraftwerk 2018 nahmen für die Erdwärme Grünwald Betriebsleiter, Horst Wagner, und Geschäftsführer, Andreas Lederle, aus der Hand des Ministers entgegen und dankten ihm ihrerseits für sein Engagement: „Herr Aiwanger, danke, dass Sie gekommen sind. Damit zeigen Sie der Branche Ihre Wertschätzung und erkennen die großartigen Potenziale der Geothermie.“

 

Weitere Informationen

www.praxisforum-geothermie.bayern